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Mittwoch, 20 Januar 2021
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Was Würfel mit Malerei zu tun haben – Der Kubismus

In unseren letzten Artikeln habt ihr viel über verschiedene Kunstepochen gelernt, in denen Künstler besonders schöne Dinge malen wollten. Es ging meistens darum, genau das zu malen, was der Künstler vor sich gesehen hat. Am Anfang des 20. Jahrhunderts, also vor etwa 100 Jahren, entwickelte sich eine ganz neue Kunstrichtung. Diese neue Kunstepoche wurde „Kubismus“ genannt. Der Name stammt vom Wort „Würfel“ ab, auf Französisch heißt Würfel nämlich „cube“ und in Latein „cubus“. Wenn ihr euch das Bild oben über dem Artikel anschaut, könnt ihr vielleicht schon erkennen was jetzt ein Würfel mit dieser Kunstrichtung zu tun hat.

Die Künstler im 20. Jahrhundert waren sehr davon fasziniert, sich selbst auszudenken, was und wie sie malen wollten. Es hat ihnen gefallen, ein Bild aus ganz einfachen Formen zusammenzusetzen. Dafür haben sie geometrische Formen verwendet die ihr bestimmt schon kennt: Kreise, Quadrate, Dreiecke und viele mehr.

Bild von Marek auf berliner-teddybote

Wenn ein Künstler einen Menschen angesehen hat, hat er sich überlegt, welche geometrischen Formen er in diesem Menschen erkennen kann. Dann sieht zum Beispiel der Kopf aus wie ein Kreis, die Augen sind zwei Ovale, die Nase ist ein Dreieck, der Oberkörper ist ein großes Rechteck. Diese verschiedenen Formen hat der Künstler alle einzeln gesehen und auf seinem Bild hat er sie dann neu zusammengesetzt. Dadurch wurde oft die Person, die da gemalt wurde, so sehr verändert, dass man fast nichts mehr erkennen konnte. Das war aber überhaupt nicht schlimm, denn die Künstler des Kubismus fanden es nicht so wichtig was sie gemalt haben, sie fanden es viel interessanter wie sie es gemalt haben.

Robert Delaunay – Durchblick auf den Eiffelturm, 1910 [Public domain]

Kubisten haben aber nicht nur Menschen gemalt. Sie haben auch Bilder von einzelnen Gebäuden oder ganzen Städten gemalt. Dabei haben sie sich aber nicht an die Perspektive gehalten. Mit Perspektive ist Folgendes gemeint: Wenn ihr euch mittig vor ein Haus stellt, könnt ihr nur eine Seite von dem Haus sehen. Wenn ihr etwas zur Seite geht und auf die Ecke des Hauses schaut, könnt ihr zwei Seiten von dem Haus sehen. Die kubistischen Maler haben das ignoriert und haben in ihren Bildern einfach mehrere oder gleich alle vier Seiten von einem Haus gemalt! Das könnt ihr bei diesem Gemälde von Robert Delaunay gut sehen, er hat den Eiffelturm von drei Seiten gleichzeitig gemalt.

Solche Bilder sehen ganz schön lustig aus und es gab damals viel Streit darüber, ob das nun Kunst ist, oder nicht. Am Ende waren kubistische Maler aber sehr erfolgreich und es hat sich eine weitere Kunstrichtung daraus entwickelt, die auch heute noch sehr beliebt ist. Welche das ist, könnt ihr in unserem nächsten Artikel zum Thema „Kunstepochen“ erfahren.

Juan Gris – Gitarre und Klarinette, 1920 [Public domain]

Die anderen Kunstepochen sind:

– Renaissance (15. – 16. Jahrhundert): realistisch und schön
Barock (17. Jahrhundert): verschnörkelt und dramatisch
Romantik (18. – 19. Jahrhundert): phantasievoll, mystisch
Realismus (19. Jahrhundert): realistisch, ehrlich
Impressionismus (19. Jahrhundert): helle Farben, ungenaue Bilder
– Pointillismus (19. – 20. Jahrhundert): Punkte, starke Farbkontraste
Jugendstil (19. – 20. Jahrhundert): klare Linien, florale Motive, Einzigartigkeit
Kubismus (20. Jahrhundert): geometrische Formen
Expressionismus (20. Jahrhundert): einfache Formen, emotionale Themen
Dadaismus (20. Jahrhundert): Unsinn, Zufall, Sinnlosigkeit
Surrealismus (20. Jahrhundert): Verschmelzung von Traum und Wirklichkeit
– Pop-Art (20. Jahrhundert): bunt, laut, Massenproduktion

Wenn ihr auf die Namen der Epochen klickt, könnt ihr mehr darüber lesen. Natürlich erst wenn die Artikel veröffentlicht sind.(js,mg)

Bildrechte Information
Startbild von Roger de la Fresnaye
Bild Sitzender Mann
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