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Freitag, 15 Januar 2021
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Der Regenwurm – Teil zwei

Seid ihr bereit für ein bisschen Spezialwissen, mit dem ihr eure Freunde beeindrucken könnt? In meinem ersten Artikel über den Regenwurm habe ich angekündigt, dass ich euch die drei Gruppen vorstelle, in die diese Art unterteilt wird. Also, auf geht‘s!

Rob Hille [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Als erstes gibt es die Gruppe der Streubewohner. Diese Gruppe lebt in der Streuschicht des Oberbodens und ist dunkel gefärbt. Die Streuschicht ist alles (zum Beispiel Äste, Blätter oder auch Tiere), was auf dem eigentlichen Boden liegt. Wenn Tiere in dieser Streuschicht wohnen, sagt man sie sind epigäisch. Das kommt von einem griechisches Wort und beschreibt Dinge, die über der Erde passieren oder leben. Der Streubewohner gräbt nur selten tiefer als 30 cm. Seine Tunnel sind meist waagerecht. Nur in den Ruhephasen, im Sommer und im Winter, gräbt er bis zu 50 cm tief, um zu schlafen. Der Streubewohner ist der kleinste und agilste aller Regenwürmer. Eines der bekanntesten Mitglieder ist der Kompostwurm (Eisenia foetida). Vielleicht habt ihr ja schon einmal einen Komposthaufen in einem Garten gesehen und die vielen Würmer darin entdeckt? Sie fühlen sich in diesem lockeren Haufen pudelwohl und erzeugen wirklich guten Dünger.

Holger Casselmann [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Na, fandet ihr das interessant? Dann geht‘s jetzt weiter! Die zweite Gruppe heißt Mineralbodenbewohner. Dieser Regenwurm lebt im Wurzelbereich des Oberbodens. Das wissenschaftliche Wort hierfür ist endogäisch, das kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet „in der Erde“. Dieser Wurm ist sehr träge. Da er sein horizontales Gangsystem eigentlich nie verlässt, unterscheidet sich sein Aussehen enorm von dem der anderen beiden Gruppen. Er benötigt keinen UV-Schutz und auch keine Tarnung, und ist daher weiß (nicht pigmentiert). Manche sind sogar durchsichtig. Ein paar seiner Arten haben eine rötliche Färbung, aber nie die dunklen Färbungen der Streubewohner. Ein Vertreter dieser Lebensform ist der Kleine Ackerwurm (Allolobophora chlorotica).

Von Donald Hobern auf flickr https://www.flickr.com/photos/dhobern/26559560801/
CC BY 2.0

Und zum Schluss kommt die dritte Gruppe, die heißt Vertikalbohrer. Die Vertreter dieser Gruppe sind größer und kräftiger als die Würmer aus den vorherigen beiden Gruppen. Das müssen sie auch sein, da sie ihre vertikalen (also von oben nach unten verlaufende) Röhrensysteme in bis zu 2m Tiefe graben. Ihr Aussehen ist etwas seltsamer als das der anderen zwei Gruppen. Oft ist die vordere Körperhälfte dunkel gefärbt, so dass sie einem Streubewohner ähnelt. Dagegen ist die hintere Körperhälfte wie bei einem Mineralbewohner weniger oder gar nicht pigmentiert. Diese Gruppe wird als anektisch oder anözisch bezeichnet, da kann man nicht sicher sagen wovon sich der Name ableitet. Aber er wird wohl etwas damit zu tun haben, dass diese Würmer zwischen den oberen und den tiefen Erdschichten wandern. Der bekanntester Vertreter ist der weitverbreitete Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris), auch Tauwurm genannt, der «Regenwurm» schlechthin. Man kann ihn häufig früh morgen nachdem es geregnet hat auf nassen Wiesen entdecken. (js,mu)

Weiter Informationen unter dem folgenden Link:
Der Regenwurm

Startbild von Catta Kvarn auf Pixabay

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