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Sonntag, 15 September 2019
Start Schulbote Spandau Meine Einschulung im Jahre 1984

Meine Einschulung im Jahre 1984

Endlich war es so weit: „Meine Einschulung“. Juchhu, ich konnte es kaum abwarten . Die Nacht davor habe ich kein Auge zugemacht, ich war ganz doll aufgeregt! Ich weiß noch, wie meine Oma und mein Opa zu mir sagten: „Jetzt musst du schlafen! Morgen ist dein großer Tag, da möchtest du doch nicht verschlafen, sondern hübsch in deinem Kleid aussehen“.

Bild von Regina Falkenhain-Herrmann auf Pixabay

Ich erinnere mich sehr gut an mein knallrotes Kleid mit weißen Rüschen. Dazu weiße Lackschuhe und natürlich passende Söckchen mit Spitze, die hübsch anzusehen waren, aber höllisch kratzten. Das war mir für meinen besonderen Tag aber auch egal. Meine Oma flocht mir 2 Pippi-Langstrumpf-Zöpfe. Echt! Die standen auch so ab!
Was ich ganz vergaß euch zu sagen, ich wurde im ehemaligen Jugoslawien eingeschult.
Da meine Eltern in Deutschland arbeiten mussten, übernahmen meine Großeltern die Vorbereitungen zu meiner Einschulung, worauf ich sehr stolz war.

Bild von Cristian Ferronato auf Pixabay

Opa staffierte den Heuwagen aus. Meine Oma begann mit dem Backen und Kochen der Köstlichkeiten, die an meinem besonderen Tag nicht fehlen durften. Alle Gäste, die geladen waren, sollten schließlich gut bewirtet werden.
Jetzt war es soweit. Der Tag der Einschulung. Schon am frühen Morgen machte ich mich hübsch. Dazu zog ich mein schickes Kleid an. Meine Oma machte mir noch Zöpfe.
Opa hatte schon die Pferde vor dem Heuwagen gespannt. Denn… ? Alle Einschulungskinder aus dem Dorf und auch aus den Nachbardörfern mussten mit. Hurra – eine schöne Kremserfahrt. Mit Kremser wird bei uns ein besonderer Heuwagen bezeichnet. Alle waren aufgeregt und gespannt wie ein Flitzbogen. Denn es war ja unser ganz besonderer Tag, und ganz besonders für mich.

Bild von David Mark auf Pixabay

Meine Schule war damals eine Scheune, ausgestattet mit Holzbänken und einer Tafel. Dort hinein wurde ich mit meinem Namen aufgerufen und durfte mir einen Platz aussuchen. Die Klassenlehrerin begrüßte uns alle und teilte mit, was im ersten Schuljahr wichtig ist. Ein Zettel mit den zu besorgenden Schulmaterialien und ein Stundenplan war alles, was ich erhalten habe. Eine Schultüte gab es für mich im ehemaligen Jugoslawien nicht. Leider!
Danach ging es wieder zurück nach Hause. Dort warteten schon Oma und Opa auf mich. Nach und nach trafen auch die Gäste ein. Ich wurde herzlich beglückwünscht. Als Geschenk zu diesem besonderen Tag gab es für mich Geld für die kommenden und notwendigen Ausgaben. Opa hatte zuvor ein Lamm geschlachtet. Dieses hatte Oma für alle Gäste auf dem freien Grill im Hof köstlich zubereitet. Es schmeckte uns allen. Nach dem Essen konnte ich mit meinen Freunden spielen. Die Erwachsenen unterhielten sich und sangen ab und zu Volkslieder.

Der Tag war für mich etwas sehr besonderes, da dieser in meiner ehemaligen Heimat, von meinen Großeltern, mit viel Liebe gestaltet wurde.
(lj)

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